Mark Zuckerbergs E-Mails zeigen möglicherweise, dass er über den Datenschutzskandal Bescheid wusste

Inmitten einer laufenden Untersuchung der Federal Trade Commission zum Datenschutzskandal von Cambridge Analytica bei Facebook deutet ein neuer Bericht darauf hin, dass der Gründer und Chief Executive Officer von Facebook, Mark Zuckerberg, möglicherweise von dem viel kritisierten unbekümmerten Datenschutzansatz des Unternehmens gewusst hat.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal deuten E-Mails an die FTC darauf hin, dass Zuckerberg über die fragwürdige Behandlung von Benutzerdaten durch das Unternehmen Bescheid wusste und damit verbunden war. Es ist nicht klar, was genau in den E-Mails steht oder ob es sich speziell um Cambridge Analytica handelt.

Die FTC untersucht die angebliche Weitergabe von Millionen privater Daten von Facebook an Cambridge Analytica, ein britisches politisches Beratungsunternehmen, das für die Kampagne 2016 von Präsident Donald Trump gearbeitet hat, zusammen mit einer Pro-Brexit-Gruppe. Das Unternehmen hat seitdem angesichts des Datenskandals geschlossen.

Der WSJ-Bericht stützt sich auf unbenannte Quellen und nicht auf die E-Mails selbst, schlägt jedoch vor, dass der Inhalt der E-Mails von Zuckerberg Probleme für das soziale Netzwerk bedeuten könnte, indem darauf hingewiesen wird, dass der CEO über die misshandelten Daten Bescheid wusste. Laut diesen anonymen Quellen arbeitet Facebook daran, eine schnelle Einigung mit der FTC zu erzielen, was teilweise auf diese E-Mails zurückzuführen ist.  

In einer Erklärung bestritt Facebook, dass der CEO wissentlich gegen Datenschutzgesetze verstoßen habe, und erklärte, dass das Unternehmen uneingeschränkt an der FTC-Untersuchung mitgearbeitet habe. Der Skandal um Cambridge Analytica ist eine der vielen jüngsten Krisen für das massive Unternehmen für soziale Netzwerke.

Neben möglichen Problemen durch die FTC könnten die angeblichen E-Mails auch eine weitere PR-Katastrophe für das Unternehmen bedeuten. In Zuckerbergs erster Aussage nach dem Ausbruch des Skandals sagte er, er habe "daran gearbeitet, genau zu verstehen, was passiert ist". Während Facebook von der Datenverletzung wusste, nachdem dies geschehen war, und Cambridge Analytica mitgeteilt hatte, dass die Daten gelöscht wurden, konnte die FTC-Untersuchung mehr darüber enthüllen, was Facebook über die misshandelten Daten wusste.

In einer Erklärung gegenüber der Europäischen Union im vergangenen Jahr sagte Zuckerberg, das Netzwerk habe einen Fehler gemacht, indem es die Verantwortung des Unternehmens für die Privatsphäre der Benutzer nicht umfassend genug gesehen habe.

Zuckerberg plant, Facebook auf eine datenschutzorientiertere Plattform umzustellen. In ähnlichen Rechtsstreitigkeiten hat der Anwalt von Facebook jedoch erklärt, dass in den sozialen Medien „keine Erwartung von Datenschutz“ besteht.