Was kommt als nächstes für Snapchat? Patente schlagen 3D- und Emotions-Mapping vor

US-Patent 2018/0075651 / Snap, Inc. US-Patent 2018/0075651 / Snap, Inc.

Snapchat macht Fortschritte, nachdem eine Neugestaltung einige negative Reaktionen hervorgerufen hat. Was kommt als nächstes für das soziale Netzwerk? Zwei Mitte März veröffentlichte Patente legen nahe, dass das Unternehmen die Möglichkeit untersucht, 3D-Modelle mit einem Smartphone zu erstellen und Emotionen in einem Video-Chat zu lesen. Beide Patente wurden im November angemeldet, aber erst kürzlich veröffentlicht.

Das erste Patent schlägt ein Verfahren vor, um den Prozess der Erstellung eines 3D-Modells so zu vereinfachen, dass jeder mit einem Smartphone eines erstellen kann. Anstatt eine komplexe Kamera oder ein tragbares Gerät zum Erstellen eines 3D-Renderings zu verwenden, schlägt das Patent stattdessen die Verwendung einer Smartphone-Kamera und einer Bewegung zur Erkennung der Tiefe vor. Die Idee ist, dass das Programm nach dem Zuordnen von Punkten aus einer Ansicht eines Objekts oder einer Fläche durch Verfolgen der Bewegung zwischen Punkten Tiefenkarten für das 3D-Rendering erstellen kann.

Snap möchte jedoch nicht nur die 3D-Modellierung mithilfe einer Smartphone-Kamera vereinfachen. Das Patent beschreibt auch eine Benutzeroberfläche, die den Benutzer anweist, wie die Kamera um ein Objekt bewegt werden soll oder wie das Gesicht bei Gesichtswiedergaben abgewinkelt werden soll. Laut dem Patent würde das Programm Benutzer auch warnen, wenn die Bedingungen nicht ideal sind, wie z. B. begrenzte Beleuchtung, und was zu tun ist, um das Problem zu beheben. Anweisungen auf dem Bildschirm helfen auch bei der richtigen Ausrichtung und beim Bewegen der Kamera, während Warnungen vor Problemen wie zu schnellem Bewegen warnen.

Das Patent beschreibt nicht genau, wofür die Technologie verwendet werden würde, aber es ist leicht vorstellbar, wie einfach zu erstellende 3D-Modelle in einer Augmented-Reality-Plattform wie Snapchat's Lenses verwendet werden könnten, um diese Modelle möglicherweise einer AR-Welt hinzuzufügen. Das im Besitz von Snapchat befindliche Bitmoji könnte eine weitere Anwendung für die 3D-Gesichtszuordnung sein.

Das Patent legt nahe, dass die Technologie auf einem Gerät mit integrierter Kamera wie einem Smartphone, Tablet oder Computer verwendet werden kann - oder sogar auf einem eigenständigen Gerät.

Das zweite Patent erstellt auch eine Gesichtskarte - diesmal jedoch, um Emotionen während eines Video-Chats zu erkennen. Die Person im Video müsste zuerst eine Anfrage für das Emotionsmapping genehmigen. Dann würde das Programm die Objekterkennung verwenden, um das Gesicht zu finden, und dann ein „Gesichtsnetz“ erstellen - im Wesentlichen eine Karte der verschiedenen Merkmale des Gesichts. Das Programm würde dann Änderungen in dieser Gesichtskarte messen, um nach Emotionen zu suchen.

Interessanterweise empfiehlt das Patent nicht, die Funktion zum Vorschlagen von Emojis in einem Video-Chat zwischen Freunden zu verwenden, sondern zum Verwenden während eines Chats zwischen einem Kunden und einem Kundendienstmitarbeiter. Denn wie das Patent sagt, ist „Wut der Kunden nicht immer leicht zu erkennen“. Snap Inc. ist nicht das einzige Netzwerk, das sich mit der Verfolgung von Emotionen befasst. Im letzten Jahr veröffentlichte Patente deuteten darauf hin, dass Facebook die Möglichkeit untersucht hat, Emotionen über eine Kamera, eine Tastaturbewegung und ein Touchpad zu verfolgen.

Viele Patente werden nie zu etwas anderem als einer Reihe von rechtlichen Unterlagen. Daher gibt es keine Garantie dafür, dass Sie mit einem zukünftigen Snapchat 3D-Modelle mit einem Telefon erstellen können - oder dass dieser Kundendienstmitarbeiter wirklich sieht, wie wütend Sie sind. Die Patente bieten jedoch einen Blick darauf, was sich die Forscher von Snap Inc. ausgedacht haben.